Mike Wazowski

Fabian WazowskiAuf einer Kinder-Fiesta waren Verkleidungen erwünscht und dank meiner erfindungsreichen Frau* sah mein Sohn Fabian so aus (Bild links):

Ich fragte meine Tochter Karen, wie ihr Brüderchen verkleidet war, und sie zeigte es mir:

Ist doch klar: ein Lächeln und nur ein Auge.

* das gute alte Baby-Kürbis-Kostüm hat sie mit grünem Stoff ummantelt und aus Filz ausgeschnittenen “Attributen” beklebt – und schwupps wurde daraus ein Monsters Inc.-Hauptdarsteller.

Flaschenbier

Letztens beim Sam’s -ich hatte schon eine Palette Bit-Dosen in den Einkaufswagen gestellt- sah ich zufällig ein paar einzelne Flaschen desselben Bieres in einem Regal stehen. Da an ihnen kein Preis dranstand und auch der Preis-Scanner nichts anzeigte, fragte ich einen Jüngling in der Nähe danach.

Lange Rede, kurzer Sinn: die Flaschen waren Überbleibsel eines Angebot von vor ein paar Wochen (Monaten? – es gab damals auch 5-Liter-Fässchen); das Gebinde bestand eigentlich aus sechs Stück. Da nur noch vier Flaschen übrig waren, sie so (einzeln) bestimmt nicht mehr zu verkaufen waren und ich starkes Interesse bekundet hatte, machte mir der herbeigeeilte gerente einen Sonderpreis.

Zu deutsch: ich zahlte für die vier Bitburger das, was ich im Superama für eine einzige Flasche zahle (wenn ich mir mal den Luxus z.B. eines deutschen Schwarz- oder Weizenbieres erlaube).

Und: ein Bier aus der Flasche ist geschmacklich schon etwas ganz anderes als aus der Dose, auch wenn ich es immer in einen gut gekühlten Krug fülle.

P.S. der Preis für das Byte (8 Halbliter-Dosen Bit) liegt immer noch bei unschlagbaren 90.01 Pesos. Da kann kein mex. Bier mithalten (ausser man kauft Dosen-Kloster oder -Tropical Light-Brause).

Strassenlinien pinseln

So werden in Mexico (hier: Mexico City) die Strassenbegrenzungslinien auf den Asphalt gemalt: man kaufe einen (oder mehrere) Eimer Vinyl-Farbe und schicke die Maler, ausgerüstet mit Pinseln, Rollen, Besenstielen, Maskier-Klebeband und ein paar orangefarbenen Plastik-Hütchen auf die Strasse. Dort wird dann gekleckert werden die Linien como dios manda aufgepinselt.

Es ist also gar nicht verwunderlich, dass die Bemalung nach wenigen Monaten durch Regen, Sonnenlicht und Abnutzung durch darüberfahrende Auto wieder (fast?) verschwunden sind.

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Atlas geographique et physique du Royaume de la Nouvelle-Espagne

So hiess der Atlas, den “uns Alex”, also Alexander von Humboldt, 1808 in französischer Sprache veröffentlichte, damit seine Reisen auf dem amerikanischen Kontinent dokumentierte und -so ganz nebenbei ;-) – die moderne Geographie begründete.

Nun habe ich per Zufall diesen Atlas in der David Rumsey Collection im Internet gefunden und möchte sie meinen geneigten Lesern nicht vorenthalten. Beim Heranzoomen an die einzelnen Kartenblätter wird man immer wieder neue Details entdecken, die so viele Jahre danach immer noch (oder wieder?) erstaunlich sind.

Genug der Worte. Viel Spass beim Stöbern.

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Tüten-Tod

Wer schon mal was gekauft hat in Mexico, der kennt das: bei jedem noch so kleinen Kauf gibt es ein Plastiktütchen dabei; selbst, wenn die Sache sowieso schon eingepackt ist. Im Supermarkt gibt es eine Horde von freiwilligen Helfern (zu 100% subventioniert von den Kunden, die ihnen nach getaner Arbeit ein paar Münzen zustecken), die gleich hinter dem piependen Preis-Scanner an der Kasse alles in Dutzende Plastiktüten einpacken, und wenn man sie bittet, es nicht einzutüten, einen blöd angucken.

Bis vor etwa 2 Jahren waren diese Tüten im Supermarkt ausserdem praktisch: sie dienten als Beutel für den häuslichen Mülleimer, so dass man keine Abfalltüten kaufen musste. Aber seither wurden sie immer dünner; meist sind sie beim Nach-Hause-Kommen schon löchrig und damit z.B. für die Küche unbrauchbar.

Nun soll es in der Stinkestadt (a.k.a. Mexico City oder Distrito Fecal Federal) damit vorbei sein. Morgen tritt ein lokales Gesetz in Kraft, dass das unentgeltliche Ausgeben von Plastiktüten verbietet (angeblich aus Umweltschutz-Gründen), und bei Zuwiderhandlung drohen Geldstrafen bis zu 1 Mio. Pesos.

Die Plastiktüten-Industrie beklagt sich natürlich am Lautesten; schliesslich geht es um ihre Existenz, denn laut ihren Berechnungen soll der Tütenverkauf nun 30% zurückgehen und die Supermärkte 10% weniger verkaufen (Wo haben die denn das her? Als ob ich wegen ein paar Tüten mehr oder weniger kaufen würde…).

Und ich als Verbraucher frage mich: Werden die Waren im Supermarkt nun ein paar Pesos billiger, weil jetzt keine kostenlosen Tütchen mehr verteilt werden? Wie wird die Bevölkerung, die gewohnt ist, alles eingepackt zu bekommen, damit umgehen? Wird jetzt einfach alles ungeordnet in den Kofferraum geworfen (Sam’s-Kunden haben evtl. Vorteile; dort gibt es schon lange keine Umsonst-Tüten mehr)? Werden die Verbraucher daran denken, eine Tasche mitzubringen, wenn sie einkaufen gehen (mit den Pfandflaschen hat das nicht geklappt, weswegen sie fast verschwunden sind)?

Fragen über Fragen, auf die die Antworten bald kommen werden. Wenn die Plastiktüten-Verbannung allerdings so abläuft wie die famose Mülltrennung, wird es wohl noch Jahre dauern bis da was greifbares passiert.

(Mehr dazu)

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WDR 2 in Nettetal

Soeben habe ich dies beim Internet-Livestream-Hören erfahren:

am 4. September 2010 kommt der Radiosender WDR 2 nach Nettetal, meinen Heimatort in Deutschland. Weswegen habe ich nicht ganz verstanden, aber anscheinend haben die Einwohner der Stadt irgendeinen landesweiten Wettbewerb gewonnen.

Nettetal ist ein “Kunstgebilde” aus der Kommunal-Reform Ende der 1960er/Anfang der 1970er Jahre in Nordrhein-Westfalen; die vormals selbständigen Städte Kaldenkirchen und Lobberich sowie die Gemeinden Breyell, Hinsbeck und Leuth wurden da zusammengelegt. Obwohl (zumindest war das so in der Zeit, als ich dort lebte) es immer noch eine gewisse “Konkurrenz” zwischen den einzelnen Stadtteilen gibt (mit dazugehörigen kleinen Witzeleien übereinander), funktioniert das Ganze ganz gut.

Nun treten also am 4.9.10 dort u.a. Nena, Amy McDonald, Sabine Töpperwien und Olli Dietrich auf – genauer gesagt, findet das alles in Lobberich (a.k.a. Lobberland, “da wo dä Wink stink’” ;-) ) statt.

Wer hinfahren und wissen will, was da abgeht, hier die Info.

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Die Stadt ohne GPS

Eine tiefsitzende Tendenz bringt uns dazu nachzuforschen, wo sich die Dinge befinden. Eine andere tiefsitzende Tendenz bringt uns dazu, sie zu verstecken. Die gleiche Spezies, die die Kartographie entwickelte, erfand das Labyrinth.

Bestimmte urbane Landschaften (Paris, Manhattan, der ältere Teil von Puebla) sind wie eine Laune der Ordnung. Andere zeigen sich, wie [Carlos] Monsiváis bemerkt, wie “Rituale des Chaos”.

Die Erfindung des GPS hat einige Überraschungen mit sich gebracht. Das Geheimnis der Orientation, hinderlich für das eheliche Zusammenleben, scheint endlich gelöst zu sein. Die Strassen der Erde passen auf einen Bildschirm; eine Stimme leitet Dich nach links oder rechts mit der gleichen Sicherheit, mit der die Winde zu den Phöniziern sprachen.

Aber einige Orte unterliegen einer anderen Logik: sie wurde kartographisch aufgenommen, ohne dass es viel nützt. Einer von ihnen: der unermesslich grosse Distrito Federal. Hier ist das GPS das gleiche wie der Gesang der Sirenen für Odysseus: eine unwiderstehliche Versuchung, die in den Wahnsinn führt.

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Gustavo Cerati

Als ich Mitte 1998 nach Mexico kam, landete ich in einer jungen Firma mit motivierten Leuten, die während der Arbeitszeit Musik hörten; jeden Tag hatte jemand anders das Privileg, seine Lieblings-Künstler aufzulegen. So lernte ich gleich zu Anfang von Silvio Rodríguez über Arjona und Alejandro Sanz bis zu Cumbia- und Ranchero-Klängen einen Querschnitt der lokal angesagten Musik kennen. Manchmal -und das fand ich als Westeuopäer zuerst ziemlich befremdlich- standen meine Kollegen spontan auf, drehten die Musik lauter und begannen zu tanzen.

Die einzige Musik, die mir auf Anhieb sehr gut gefiel, war die einer argentinischen Rockgruppe namens Soda Stereo. Als ich einmal sagte, dass ich sie gerne mal auf einem Konzert sehen würde, erfuhr ich, dass die Band schon zwei Jahre vorher aufgelöst worden war und dass der kreative Kopf der Gruppe nun eine Solo-Karriere gestartet hatte. Sein Name: Gustavo Cerati.

Im Laufe der Zeit wurde ich zu einer Art Anhänger seiner Musik (“Fan” von jemandem oder etwas war ich noch nie im meinem Leben – ausser von meiner Frau und meinen Kindern): wenn ein neues Album herauskam, kaufte ich es (fast) sofort; einmal besuchte ich ein Konzert von ihm im Auditorio Nacional. Bei jeder neuen Platte fragte ich mich, was er wohl als nächstes “erfinden” würde; welche Melodien, welche Texte, welche Arrangements,…

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Outlook und die inconvenience

Dieser Fehler wurde mir heute mittag bei Micro$oft Outlook angezeigt.

Übersetzt heisst das wohl soviel wie: “Ich habe mir gerade in die Hosen gemacht. Während ich mich säubere, bin ich so beschäftigt, dass ich keine Arbeitsaufträge annehmen kann. Wenn Du willst, kannst Du das, was Du von mir wolltest, vergessen und wegwerfen, oder Du wartest, bis ich die Sauerei aufgeräumt habe.”

;-)

P.S. Ein Hoch auf die nichtssagenden Micro$oft/Windoof-Fehlermeldungen. Na, wenigstens bittet das Programm um Verständnis…

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Irak, Kuwait, der erste Golfkrieg und ich

Am 2. August 1990 überfiel Saddam Hussein’s Irak sein Nachbarland Kuwait und marschierte ein (mehr dazu hier).

Zu dieser Zeit spielte ich schon seit längerem mit dem Gedanken, den Kriegsdienst zu verweigern, obwohl ich (VII/88 - IX/89) “gedient” hatte. Bei den wenigen Schiessübungen zu meiner Zeit als LKW-Fahrer (“Kraftfahrer BCE”) hatte ich mich aus Angst fast immer -mehr oder minder erfolgreich- gedrückt (auch bei einer einwöchigen Übung auf dem Truppenübungsplatz in Ehra-Lessien; da, wo heute Bugattis Geschwindigkeits-Weltrekorde aufstellen). Nun sah ich einen direkten Anlass, meine Verweigerung zu schreiben, zumal ich in der Zeitung gelesen hatte, dass nun Verweigerungen nicht mehr in mündlichen Verfahren vor einem Gericht entschieden wurden, sondern aufgrund der Aktenlage (eine Verhandlung vor Gericht wäre für mich als “Ex-Soldat” sehr schwer geworden, obwohl ich mir die Unterstützung (inkl. persönlichem Erscheinen) unseres Kaplans schon so halbwegs “gesichert” hatte).

Im Oktober 1990 schickte ich mein Kriegsdienstverweigerungs-Schreiben per Post an das zuständige Amt in Köln (wenn ich mich recht erinnere). Ein paar Tage bevor der erste Golfkrieg begann, bekam ich Bescheid per Einschreibe-Brief: seit dem 8. Januar 1991 war ich unanfechtbar (d.h. die 30-tägige Einspruchsfrist war an diesem Tag vorbei) anerkannt als Kriegsdienstverweigerer.

Am 17. Januar 1991 begann die Operation “Desert Storm”, in deren Folge tausende Deutsche (auch noch nachträglich) den Kriegsdienst verweigerten, wohl aus Furcht, in dem Krieg eingesetzt zu werden; selbst (Ex-) Zeitsoldaten, die einen Eid (!) geschworen hatten, “das Vaterland tapfer zu verteidigen” (wir Wehrpflichtige “gelobten” nur), verweigerten (von denen hätte ich als Bundesregierung das ganze (leicht verdiente…?) Geld, dass ich ihnen gezahlt habe für einen Dienst an der Waffe, den sie nun nicht mehr ausüben wollten (aus Gewissensgründen…?) zurück verlangt).

Während meiner gesamten restlichen Studienzeit hingen in meiner Studentenbude in einem Rahmen nebeneinander die Dankesurkunde des Wehrdienstes und eine Kopie des Kriegsdienstverweigerungs-Bescheides an der Wand.

Und als ich einmal -nur wenige Monate nach der Anerkennung- einen Brief zur Wiedereinkleidung von der Bundeswehr bekam, ging ich zum zuständigen Kreiswehrersatzamt (ich machte gerade dort um die Ecke mein erstes Praxissemester), stellte mich dem “Wiedereinkleider” vor und sagte ihm, dass ich die Klamotten gerne nehme, sie aber verkaufen würde. Zuerst verwundert, schaute er sich meinen Verweigerungs-Bescheid an und schmunzelte dann: “Oh, dat wusste ich nicht; werde das mal weiterleiten. Na, Jung’, dann geh’ mal wieder nach Hause.”

Tja, das sind wohl alles Geschichten aus längst vergangenen Tagen; heutzutage machen die deutschen Jünglinge nur noch Wehr- oder Ersatzdienst, falls sie wollen, und nicht, weil es eine (wie ich denke) staatsbürgerliche Pflicht ist, die zu all’ den Rechten untrennbar dazugehört.